TVO: Die Kinder mal richtig auspowern [Main Post]

Datum: 
Samstag, 27. September 2014

BILD: In der Bildmitte die beiden neuen Sport-FJSler Hannah Doleschel und Maximilian Graf vor ihre Vorgängern Tobias Heck und David Weigand, links davon der Leiter der Stadtverwaltung, Wolfgang Duscher, und TVO-Sportwart Hubert Karl, rechts Projektbetreuerin Sandra Burger vom Gesundheitsamt und Bürgermeister Peter Juks. 

 

Zwei Jahre lang war Ochsenfurt Partnerkommune der Initiative „Gesund.Leben.Bayern“. Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche war einer der Schwerpunkte – jeweils unterstützt von zwei jungen Menschen, die im Rahmen des Projekts ihr freiwilliges soziales Jahr ableisteten. Kurz vor Ende der Projektphase traten mit nun Hannah Doleschel und Maximilian Graf die letzten beiden FSJler ihren Dienst an.

Im Sommer 2012 war das Projekt vom bayerischen Gesundheitsministerium ausgeschrieben worden. Ziel war es, ein umfassendes Gesundheitsbewusstsein zu schaffen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und die Gesundheitsförderung dauerhaft in den teilnehmenden Kommunen zu verankern. Als einziger Landkreis in Unterfranken hatte sich Würzburg um die Teilnahme beworben. Ochsenfurt als größte Stadt im Landkreis wurde als Partner gewonnen. Ende November 2012 besiegelte der Stadtrat die Kooperation.
 

Zwei Jahre lang begleitete Sandra Burger vom Würzburger Gesundheitsamt das Projekt intensiv. Das Projekt endet Ende November. Im Hauptausschuss des Stadtrats berichtete Sandra Burger nun über die Ergebnisse.

Insgesamt 17 verschiedenen Einrichtungen – Kindergärten, Schulen und Vereine, aber auch das Jugendzentrum, Jugendtreffs in den Ortsteilen und die Mainfränkischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung – haben an dem Projekt teilgenommen. 40 Einzelveranstaltungen fanden statt, so Burger. Auf diese Weise seien insgesamt 2200 Kinder und Jugendliche und 60 Lehrkräfte und Erzieher eingebunden worden. Die Themenvielfalt reichte von gesunder Ernährung über Bewegungsförderung bis hin zu Suchtprävention und Sexualpädagogik.

Den beiden Betreuern im freiwilligen sozialen Jahr kam dabei große Bedeutung zu. Sie kamen regelmäßig in Schulen und Kindergärten, unterstützten die Lehrer im Sportunterricht oder trieben mit den Schülern während der Mittagspause Sport.

Willkommene Unterstützung

Ganz neu war die Idee nicht. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt der TV Ochsenfurt in Kooperation mit der Grundschule einen FSJler, der die Trainingsarbeit des Vereins unterstützte und in der Hälfte seiner Zeit in der Grundschule mit den Kindern spielte und Sport trieb. Durch die Initiative „Gesund.Leben.Bayern“ war es möglich, das Projekt auf weitere Schulen und Kindergärten auszudehnen. Von den Lehrern und Erziehern wurde dieses Angebot dankbar aufgenommen, sagt Tobias Heck, der sei freiwilliges soziales Jahr gerade gemeinsam mit David Weigand abgeschlossen hat.

Im normalen Schul- und Kindergartenalltag sei es gerade für die Buben schwer, ihren Bewegungsdrang auszuleben. „Die Jungs sind richtig froh, wenn sie sich mal auspowern können“, so Tobias Heck. Hinzu komme, dass die FSJler von der Kindern als Kumpel angesehen werden, und manchmal auch als Vermittler zu den Lehrern und Erziehern, so David Weigand. Hannah Doleschel aus Marktbreit und Maximilian Graf aus Ochsenfurt treten nun für ein Jahr in die Fußstapfen der beiden. Mit einer dreiwöchigen Übungsleiter-Ausbildung wurden sie auf ihre Aufgabe vorbereitet.

85 000 Euro hat der Freistaat Bayern in das gesamte Projekt investiert, 15 000 Euro kamen von der Techniker-Krankenkasse hinzu. Der Anteil der Stadt Ochsenfurt war auf 12 000 Euro, ein Euro pro Einwohner, begrenzt. Mit dem Abschluss der Projektphase endet auch die staatliche Förderung.

Schade wäre es, wenn dadurch das zusätzliche Sport- und Bewegungsangebot wieder gestrichen werden müsste, meinte Bürgermeister Peter Juks in der Sitzung des Hauptausschusses. „Es hat sich sicher gelohnt, dass sich die Stadt an dem Projekt beteiligt hat“, so Juks.

Ob die Stadt an der Kooperation mit dem TV Ochsenfurt festhält und den zweiten FSJler künftig alleine weiter finanzieren kann, darüber soll im nächsten Jahr im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden werden. Der TVO jedenfalls will auch weiterhin auf die Unterstützung der jungen Hilfskräfte setzen, so Sportwart Hubert Karl.

[Bericht und Foto von Gerhard Meißner / Main Post]

Internet:

www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Die-Kinder-mal-richtig-auspowern;art779,8345925