1.MANNSCHAFT: Den Absteigern bleibt ein Hintertürchen [MAIN POST]

Datum: 
Dienstag, 17. April 2012

Rasanter Ballwechsel: Die Ochsenfurter Hanna Faist und Lars Nähle im gemischten Doppel.

 

Die Badmintonspieler des TV Ochsenfurt sind vorerst aus der Bayernliga abgestiegen, doch die Lage bleibt komplex

Hans-Karl Öhrlein mochte nicht groß nach Entschuldigungen suchen. Die Badmintonspieler des TV Ochsenfurt hatten ihr Ziel um einiges verfehlt. Öhrlein war zu Beginn der Saison überzeugt gewesen, die von ihm angeleitete Mannschaft könne als Aufsteiger in der Bayernliga einen sicheren Platz im Mittelfeld der Tabelle erreichen. „Ich war möglicherweise blauäugig“, gibt der 53-Jährige zu, nachdem die Spielrunde vergangenes Wochenende ihren Abschluss gefunden hat und Ochsenfurts Abstieg dem Prinzip nach feststeht.

Lediglich drei Siege und zwei Unentschieden aus achtzehn Partien erwiesen sich als zu wenig, um in der Liga zu bleiben. Immerhin gibt es den Versuch einer Erklärung: „Wir hätten jedes Mal Spitzenleistungen bringen müssen“, sagt der Trainer, der letzten Endes erkennen musste, dass die Leistungen seiner acht Akteure – fünf Männer, drei Frauen – zu selten überragend waren.

Am finalen Spieltag in eigener Halle hatte sich noch einmal die unsichere Chance eröffnet, den Verbleib aus eigener Kraft zu schaffen. Alles hätte von der Konstellation an der Spitze der Bayernliga Nord und in der nächsthöheren Klasse, der Regionalliga, abgehangen. Dafür hätten die Ochsenfurter eines 6:2-Erfolgs im Vergleich mit dem TSV Nürnberg, dem engsten Konkurrenten, bedurft. Zugegeben, ein bisschen viel an Konjunktiven und Unwägbarkeiten, an die sich die Ochsenfurter klammern mussten. Die erste schlechte Nachricht hatte es am Samstagabend gegeben, als bekannt wurde, dass die Nürnberger mit dem 4:4 gegen den Zweiten ASV Niederndorf einen überraschenden Coup gelandet hatten, die Ochsenfurter ihrerseits mit 1:7 gegen den TV Marktheidenfeld untergegangen waren.

Gegen Nürnberg reichte es dann in der zweiten Partie des Doppelspieltags am Sonntagmittag nur zu einem 4:4-Unentschieden. „Es war wie immer“, sagte Hans-Karl Öhrlein: „Siege waren für uns nur dann möglich, wenn der Gegner nicht seine Bestbesetzung aufs Feld schicken konnte oder wir einen herausragenden Tag hatten.“ Beides war auch diesmal nicht der Fall: Ochsenfurt erwies sich den Nürnbergern als ebenbürtig, mehr aber auch nicht, um das Spielrecht für die vierthöchste Klasse unter der Regionalliga und den zwei Bundesligen zu wahren.

Die rasanten Ballwechsel, das atemraubende Tempo und die hohe Laufintensität des Sports waren unter dem Strich dann doch zu anspruchsvoll gewesen. Im Bruchteil einer Sekunde zu entscheiden, wohin der gefiederte Ball zu spielen ist – am besten dorthin, wo der Gegner gerade nicht steht –, überforderte die Akteure im Laufe der Saison ein ums andere Mal.

Vollständig abgefunden hat sich Öhrlein mit dem Abstieg in die Bezirksoberliga, wo der TVO vor einem Jahr als Meister hergekommen war, noch nicht. Im Badminton sind die Regelungen über die Ligazugehörigkeit ziemlich kompliziert. Ochsenfurts Trainer spekuliert weiterhin auf die Relegation, die von mehreren Faktoren abhängt: Wer steigt aus der zweiten Liga ab? Wer verlässt die Regionalliga? Und welchen Mannschaften gelingt der Sprung aus der Bayernliga nach oben? Womöglich gibt es auch Vereine, die keine Lizenz erhalten. „Alles noch nicht sicher“, sagt Öhrlein.

Wie dem auch sei: Der Abstieg würde die Entwicklung in Ochsenfurt nicht hemmen, ist sich Öhrlein sicher, der nicht nur Trainer ist, als Schiedsrichter Spiele leitet und im Bezirk als Lehrwart fungiert. Der Höchberger leitet beim TVO auch die Abteilung mit ihren drei Aktiven-Mannschaften, zwei Jugendteams und einer Schülerauswahl. Zur Sparte gehören achtzig Leute zwischen sieben und 58 Jahren.

„Unsere Abteilung besteht nicht nur aus der ersten Mannschaft“, sagt Öhrlein. Nachdem sich ein Sponsor gefunden hatte, erhielt das Bayernliga-Team lediglich einen zweiten Satz Trikots, um an den Doppelspieltagen die Möglichkeit zum Kleiderwechsel zu haben. Daneben habe es nur noch einen kleinen Bonus gegeben: fünfzehn Cent für jeden Kilometer zu einem Auswärtsspiel. „Erfolg ist für mich nicht alles“, sagt Hans-Karl Öhrlein über seinen Führungsansatz: „Wir würden nie Spieler einkaufen oder einfliegen lassen.“ Die einzige Verstärkung von auswärts vor der Runde war Christian Göbel gewesen. Der 38-Jährige kam vom Bezirksligisten SB Uffenheim und fuhr gute Ergebnisse ein. Er allein freilich vermochte das schwache Abschneiden nicht zu verhindern.

Die Statistik zu den Spielen

TV Ochsenfurt – TSV Nürnberg 4:4 (9:8-Sätze)

Sergei Woit/Fabian Schäfer – Setia Nugraha/Agung Wulandoko 21:19, 21:19; Christian Göbel/Lars Nähle – Marc Heumann/Rudolf Reiser 17:21, 13:21; Hanna Faist/Julia Pötter – Alina Hoffmann/Melanie Lehmann 14:21, 18:21; Göbel – Setia Nugraha 21:8, 21:14; Sergei Woit – Marc Heumann 9:21, 21:19, 9:21; Natalia Woit – Melanie Lehmann 14:21, 12:21; Schäfer – Rainer Stötzer 21:12, 21:8; Nähle/Faist – Reiser/Hoffmann 21:17, 21:14 

 

TV Ochsenfurt – TV Marktheidenfeld 1:7 (4:14 Sätze)

Fabian Schäfer/Sergei Woit – Fabian Specht/Matthias Pröstle 17:21, 12:21; Christian Göbel/Lars Nähle – Tim Specht/Christian Schäffer 10:21, 8:21; Hanna Faist/Julia Pötter – Gößwein/Eva Maria Schreck 21:15, 14:21, 14:21; Sergei Woit – Fabian Specht 18:21, 16:21; Schäfer – Schäffer 16:21, 25:23, 13:21; Natalia Woit – Hannah Gößwein 21:18, 21:16; Philipp Kraft – Tim Specht 11:21, 11:21; Nähle/Faist – Pröstler/Schreck 13:21, 2:21.

 

Internet:

www.mainpost.de/sport/Kitzingen-Den-Absteigern-bleibt-ein-Hintertuerchen...
www.alleturniere.de/sport/teammatch.aspx?id=B0BE44D4-4670-4F84-AE9C-F3A5...
www.alleturniere.de/sport/teammatch.aspx?id=B0BE44D4-4670-4F84-AE9C-F3A5...